Grigory Shklyar, 1987 in Russland geboren, wuchs in St. Petersburg und Innsbruck auf. Dort studierte er Vergleichende Literaturwissenschaft, unterbrochen von einem einjährigen Aufenthalt an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Seit 2017 ist er als freischaffender Videokünstler und Regisseur am Theater sowie als Kameramann und Regisseur im Bereich des Dokumentarfilms tätig. Seine Engagements führten ihn u. a. an das Saarländische Staatstheater, die Staatstheater Darmstadt und Braunschweig, an die Théâtres de la Ville de Luxembourg, an die Oper Leipzig/Musikalische Komödie und ans Schauspielhaus Graz.

Er arbeitet mit einer breiten Palette an visuellen Ausdrucksformen – von klassischen Videoeinspielern und Live-Kamera über Multiscreen-Installationen und Video-Walls bis hin zu komplexem Projection Mapping, das den Bühnenraum visuell erweitert.

Grigory Shklyar war Gründungsmitglied des freien Theaterkollektivs Korso-op, das sich zum Ziel setzt, gesellschaftspolitische und soziologische Phänomene in immersiven, interdisziplinären und ortsspezifischen Arbeiten künstlerisch zu hinterfragen. Von 2017 bis 2019 war er an der Konzeption und Entstehung der Trilogie „MaschineMenschGott“ beteiligt, für die er unter anderem Visuals und in Zusammenarbeit mit dem xm:lab der HBKsaar interaktive, digitale Performance-Elemente entwickelte.

Zuletzt widmete er sich verstärkt dem Theaterfilm. Für das Staatstheater Braunschweig inszenierte und drehte er 2021 eine musikalische Version von Johann Wolfgang Goethes „Werther“. Mit der digitalen Theaterserie „Princess Hamlet“ am Theater Rampe Stuttgart, wo er für die Videoregie, Kamera und Schnitt verantwortlich zeichnete, war er zum 39. Heidelberger Stückemarkt (dessen Stipendiat er 2018 war) eingeladen. Der Theaterfilm „Der DJ ist mein Vater“, eine Ko-Produktion von TD:Berlin und E-Werk Freiburg, bei dem er die Videokonzeption, Kamera und Schnitt übernahm, wurde 2022 zum Theaterfilm-Festival am Ballhaus Ost eingeladen.

Für Lisa Marie Stojčevs dokumentarisches Filmdebüt „Das war 1965,“ das beim Sofia International Film Festival 2025 Premiere feierte, stand Grigory Shklyar vor und hinter der Kamera.

Dank eines initial2-Stipendiums der Akademie der Künste Berlin arbeitet Grigory Shklyar derzeit in Ko-Regie mit Alisa Kolosova an seinem ersten essayistischen Dokumentarfilmprojekt „wie erinnern“ (AT), in dem die Stimmen der letzten Überlebenden der Leningrader Blockade in einen Dialog über Erinnerungskulturen vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine treten.

Grigory Shklyar / VIDEO UND REGIE